Bruce Naumans „Square Depression“ soll wieder aufgebaut werden

LWL und Universität suchen nach geeignetem Ort für Skulptur Projekt von 2007

16/07/2026

Das Foto zeigt das Skulptur Projekt „Square Depression“ (Skulptur Projekte Münster 2007) von Bruce Nauman, bevor es abgerissen wurde. Nun wird auf dem Universitätscampus nach einem neuen Standort gesucht. Foto: www.artdoc.de

Die umgekehrte Pyramide des US-amerikanischen Künstlers Bruce Nauman (*1941) war 2007 eines der beliebtesten Kunstwerke der Skulptur Projekte. Zu Tausenden stiegen die Besucher:innen in die „Square Depression“ hinab und erlebten das besondere Gefühl, auf einer versenkten Bühne zu stehen. 2020 musste das Kunstwerk abgetragen werden, da die Universität Münster dort ein Gebäude für die Naturwissenschaften errichtet. Nun werden mithilfe einer Machbarkeitsstudie auf dem Universitätscampus Orte für das Kunstwerk geprüft. Ziel ist es, die „Square Depression“ 2028/29 wieder aufzubauen und erneut für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Nauman entwarf die Arbeit zu den ersten Skulptur Projekten 1977. 25 Meter in der Länge und in der Breite und aus weiß gefärbtem Beton: So stellte sich der Künstler das Werk vor. Die weiße Negativpyramide sollte im naturwissenschaftlichen Zentrum der Universität Münster an der Wilhelm-Klemm-Straße aufgestellt werden. Dazu kam es aber nicht, realisiert wurde die Arbeit erst 30 Jahre später.

Der Projektleiterin der Skulptur Projekte 2007, Dr. Christine Litz, gelang es gemeinsam mit dem Kurator:innenteam unter der künstlerischen Leitung von Kasper König, den Künstler davon zu überzeugen, das Werk am ursprünglich geplanten Standort zu errichten. Auch die Bedenken der damaligen Landesbaubehörde wichen dem überzeugenden Engagement des Skulptur-Projekte-Teams. So wurde die 2,3 Meter tiefe Skulptur am ursprünglichen Ort aus Beton gegossen, wie der Künstler es 30 Jahre zuvor geplant hatte. 

Nach dem Abriss vor sechs Jahren setzten sich Prof. Dr. Johannes Wessels, Rektor der Universität Münster, Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Marianne Wagner, Kuratorin, und das Studio Bruce Nauman aus New Mexico zusammen, um den Wiederaufbau des Kunstwerks zu besprechen. Die Reinstallation des Werks auf dem Universitätsgelände wurde daraufhin in einem großen Architekturwettbewerb als Bauaufgabe verankert. In einer Machbarkeitsstudie werden nun Orte auf dem Campus geprüft, die Naumans künstlerischen Vorgaben zum Verhältnis zwischen Ort, Werk und Betrachter entsprechen.

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur kaufte 2009 mit Unterstützung der Sparkasse Münsterland Ost und des Landes NRW die Arbeit an. Mit der „Square Depression“ erhielt die Öffentliche Sammlung der Skulptur Projekte ein außerordentliches Werk, das sich mit räumlicher Wahrnehmung beschäftigt. Die Skulptur aus Gussbeton beschreibt die Geschichte der Skulptur Projekte wie kaum eine andere Arbeit, da die Werkgeschichte auch die gesamte Zeit der Ausstellung umfasst. Naumans Werke sind häufig keine abgeschlossenen Objekte, sondern Situationen, die erst durch die Bewegung und Präsenz des Betrachters entstehen. Räume werden bei ihm zu Erfahrungsfeldern: Enge Gänge, wiederholte Strukturen oder irritierende Perspektiven verändern die Orientierung und lösen körperliche sowie psychische Reaktionen aus. Der Raum ist dabei nicht neutral, sondern aktiv – er beeinflusst, wie die Menschen sich bewegen, fühlen und wahrnehmen.

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