Vorfreude auf 2027

Skulptur Projekte Münster 2027 geben erste Standorte und Künstler:innen bekannt

30/06/2026

WHW mit Selma Selman und Kurator Vincent Schier im Stadtmuseum in Münster, Foto: Hanna Neander / LWL

Rund dreißig Künstler:innen werden die kommende Ausgabe der Skulptur Projekte gestalten. Die ersten fünf wurden nun vorgestellt, weitere Künstler:innen werden bis zur Eröffnung am 12. Juni 2027 nach und nach bekanntgegeben. Neben der Innenstadt rücken als Standorte insbesondere Kinderhaus, Berg Fidel und das York-Quartier als Stadtteile im Wandel in den Fokus.

In Kinderhaus verortet sich die Künstlerin Iza Tarasewicz. Sie hat als Platz für ihre Arbeit das Gut Kinderhaus ausgewählt. Der ehemalige Bauernhof ist heute eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft, in der Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen leben und arbeiten. Tarasewicz entwickelt eine künstlerische Arbeit, die sich an jahreszeitlichen Zyklen und Abläufen in der Landwirtschaft orientiert und fragt: Wie leben Menschen und Tiere mit der Natur zusammen?

In der historischen Innenstadt zeigt Hew Locke eine Installation im Haus der Niederlande im Krameramtshaus. Um 1589 erbaut, diente es lokalen Kaufleuten als Versammlungsort und Verwaltungssitz. Locke zeigt historische wie erfundene Figuren, die als mächtige Repräsentant:innen inszeniert sind. Durch die Wahl des Ortes, an dem die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden stattfanden, verknüpft Locke einen konkreten lokalen Kontext mit größeren historischen Zusammenhängen. Dabei verweist er auf Themen wie Kolonialismus, Migration und ungleich verteilte politische Macht.

Ebenfalls im Stadtzentrum präsentiert Selma Selman auf dem ehemaligen Hörster Friedhof eine Installation, die weibliche Perspektiven und Herkunftsgeschichten zum Ausgangspunkt nimmt. Aus ihrer eigenen Familienbiografie heraus macht Selman Kreisläufe globalisierter Arbeit sichtbar, indem sie Material verwendet, das andernorts als Schrott entsorgt würde und setzt diese als Mittel der kollektiven Emanzipation ein.

Róza El-Hassan wird ihre Arbeit im Botanischen Garten in Münsters Schlossgarten und in Berg Fidel, im Süden der Stadt, zeigen. Die Künstlerin setzt sich anhand persönlicher und kollektiver Migrationsgeschichten mit Themen wie Vertreibung und Flucht sowie mit Schutzbedürftigkeit, Fragilität und gegenseitiger Unterstützung auseinander. 

Weiter südöstlich hat das York-Quartier – die ehemalige York-Kaserne – einen der größten Transformationsprozesse in der jüngeren Stadtgeschichte Münsters durchlaufen. Der in der Zeit des Nationalsozialismus errichtete und bis 2012 von den britischen Streitkräften genutzte Ort beherbergt derzeit unter anderem Geflüchtete und wird aktuell zu einem neuen Wohnquartier umgebaut. Im ehemaligen Offizierskasino zeigt Oscar Murillo eine Installation, die gemeinsames Kochen und das Miteinander-Teilen in den Blick nimmt.

Neugierig, mehr zu erfahren? Auf den Social Media Kanälen @skulpturprojekte werden die Ausstellungsorte in den kommenden Wochen vorgestellt.

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